„Pro-Köln“ Mahnwache „abgepfiffen!“

Zum letzten mal vor der Neuauflage ihres Anti-Islamisierungskongresses am 9.Mai haben „pro-Köln“ heute erneut zu einer Mahnwache in Köln-Ehrenfeld vor dem Gelände der Moschee aufgerufen. Vermutlich mit der Angst im Rücken, dass über die Osterfeiertage auch das Stammpublikum fernbleibt, hat „pro-Köln“ auf ihrer Homepage noch einmal ordentlich die Werbetrommel gerührt. Zu lesen war da zum Beispiel, dass jeder friedliche Bürger das Recht hat, zur Demonstration durchgelassen zu werden und sich nicht an den Polizeiabsperrungen abwimmeln lassen solle.

Das lassen wir uns doch nicht zweimal sagen! Deshalb galt heute zum ersten mal das Motto: AUFGESTANDEN! HINGEGANGEN! ABGEPFIFFEN! – und das Bündnis gegen „pro-Köln“ nutzte die Mahnwache für eine Generalprobe ihres Konzeptes für den 9.Mai.

AUFGESTANDEN!

Das aufstehen war für die AktivistInnen heute vermutlich die größte Hürde die zu nehmen war, aber nachdem die letzten Tage ordentlich Motivation getankt wurde, tat die Sonne heute ihr übriges und jeder hat sich wie abgesprochen auf den Weg nach Köln-Ehrenfeld gemacht.Ein wenig overdressed und spießig hatte man sich zurecht gemacht, schließlich wollte man sich ein wenig dem spießbürgerlichen Umfeld von „pro-Köln“ anpassen.

HINGEGANGEN!

Wie immer sammelten sich die Rechtspopulisten um ihren Vorsitzenden Markus Beisicht ein paar hundert Meter vom Kundgebungsort entfernt, um dann unter Polizeischutz gemeinsam in Richtung Moschee zu marschieren. Das Polizeiaufgebot war wie auch in den letzten Monaten unverhältnismäßig groß. Keine Chance für die Ehrenfelder AnwohnerInnen und andere protestierende ihren Unmut zu äußern.
Der Demonstrationszug geht auf der anderen Straßenseite an uns vorbei. Einige bekannte Gesichter sind dabei – Beisicht, Rouhs, die üblichen Verdächtigen halt. Auch dabei Martin Schöppe, Jugendbeauftragte von „pro-Köln“, im Smalltalk mit einem Genossen aus dem Bündnis. Die Polizei scheint alles im Griff zu haben, beobachtet die TeilnehmerInnen, filmt, das Übliche. An den Absperrungen zum Kundgebungsort steigt nochmal der Puls, aber nix passiert – alle drin.

Die Stimmung bei „pro-Köln“ ist zu diesem Zeitpunkt nahezu euphorisch. „So viele neue, junge Gesichter!“ hört man.
Martin Schöppe nutzt die Gelegenheit und schwallt die „Neuen“ zu. Sichtlich gut gelaunt kämpft er sich durch die „Massen“. Etwa +/- 50 sind es mal wieder, uns nicht eingeschlossen. Es werden Deutschlandfahnen verteilt, verschiedene Banner und Schilder. Das Bündnis nimmt dankend an.
CDU Überläufer Jörg Uckermann ist damit beschäftigt Fahnen und Transpis in Position zu bringen. Kurze, knackige Befehle – Das Fußvolk pariert, und schon ist die Kundgebung vor lästigen Fotografen geschützt.

Kurze Zeit später wird Uckermann als erster Redner angekündigt. Endlich!

ABGEPFIFFEN!

Das war das Stichwort. Unser Transpi wird ausgepackt, Plakate hoch gehalten und die ersten Worte gehen in einem Pfeifkonzert unter. Nachdem die Maske fallen gelassen wurde dauerte es doch überraschend lange, bis Polizei und die RassistInnen von „pro-Köln“ die Lage erkennen.
Die TeilnehmerInnen empört, die Polizei am schmunzeln. In Köln sagt man „Da mähste nix“ – Die Sache ist gelaufen. Absperrungen werden kurz aufgemacht und man begibt sich geschlossen nach draußen.
NACH DER AKTION IST VOR DER AKTION
Der heutige Tag hat deutlich gemacht, dass kreativer antifaschistischer Protest fernab von konventionellen Protestformen zum Erfolg führen kann.
Am 9.Mai ruft das „Bündnis gegen pro-Köln“ dazu auf, den zweiten Anti-Islamisierungskongress zu besuchen und ihn aktiv direkt vor Ort zu stören und letztendlich zu verhindern. Auf die Frage wie das möglich sein soll, haben wir heute eine eindrucksvolle Antwort gegeben.Obwohl sich wie bei den letzten malen nicht mehr als die üblichen 50 RassistInnen in nahezu familiärer Atmosphäre an der Mahnwache beteiligt haben, war es „pro-Köln“ nicht möglich, potenzielle „StörerInnen“ vom Kundgebungsort fernzuhalten. Wie soll ihnen das am 9.Mai gelingen, bei deutlich mehr zu erwartenden Gästen die überregional und z.T. Auch aus dem Ausland anreisen? Die Polizei wird auch am 9.Mai nicht in der Lage sein uns von den RassistInnen zu unterscheiden. Wie heute werden wir dieses mal zu hunderten auf den Platz gelangen und „pro-Köln“ und ihren rassistischen Verbündeten wie bereits am 20.September in die Suppe spucken. Dabei wird es nicht nur bei einer symbolischen Aktion bleiben – Das Ziel ist und bleibt die Verhinderung ihrer rassistischen Hetze.Auf nach Köln am 9.Mai! Spielabbruch für Europas Rechtspopulisten!Euer„Bündnis gegen pro-Köln“

Aufruf, Aktionskonzept und aktuelle Infos für den 9.Mai auf
www.hingegangen.mobi